Sollten sie sich über das Erreichte, die Quali zur Deutschen Meisterschaft, freuen oder über die denkbar knappe Niederlage im Finale der Westdeutschen Meisterschaft ärgern? Die Gemütslage der mU14 Knaben schwankte am Sonntagnachmittag nach dem denkbar knappen 3:4 im Shoot-out gegen Leverkusen. Direkt nach dem letzten Penalty überwogen Ärger und Frust; die ein oder andere Flasche und Handschuhe flogen durch die Mülheimer Halle. Beim gemeinsamen Essen im Clubhaus war die Laune aber bereits besser und ein neues Ziel wurde ehrgeizig ins Auge gefasst.

Der Samstag stand unter dem Motto „Auf ins Halbfinale!“. Das war auch schon nach den sehr starken und konzentrierten 24 Minuten gegen Gladbach in absoluter Reichweite. Stand doch ein 6:1 Auftaktsieg aud der Anzeigetafel. Zum Gruppensieg brauchte es nur ein Unentschieden gegen RW Köln. Da man die Vorrunde in unterschiedlichen Gruppen gespielt hatte, waberte vor Anpfiff die Frage durch die Halle, wie gut die Kölner sein würden. Von der ersten Sekunde an beantworteten die Jungs diese aber auf eindrucksvolle Weise. Mit voller Fokussierung und dem Glauben an das eigene Können hatten sie das Spiel von Beginn an im Griff. Zur Halbzeit stand es souverän 2:0 für den DHC. Ein trügerisches Ergebnis. Wie sehr es an den Kölner Nerven zehrte, zeigte sich während der Halbzeitpause. In der kassierten die Domstädter gleich zwei Zeitstrafen wegen Meckerns (Spieler und Trainer!) und wir starteten mit zwei Spielern mehr auf der Platte. Kurios! Diese doppelte Überlegenheit nutzten die Jungs nervenstark zum vorentscheidenden 3:1. Sie hielten die Konzentration bis zum Abpfiff weiter hoch und bejubelten ein klares 5:1.

Etappenziel Halbfinale – check!

Am Sonntag traf man im Halbfinale auf die Gastgeber aus Mülheim. Während der Saison gab es einen Sieg und eine Niederlage – alles war offen. Beide Teams wussten um den vorentscheidenden Charakter der Partie: Der Gewinner zieht ins Finale und weiter zu den Höhepunktspielen der Hallensaison. Dem Verlierer blieb nur noch ein Spiel vor dem ersten Feldtraining. Wie schon am Samstag hatten die Jungs Frank gut zugehört und setzten seine taktische Marschroute konsequent, technisch stark, kämpferisch klasse und mit einem herausragenden Teamgeist um. Unglaublich souverän schlug man die Eulen 3:0. Dass diese nur eine (halbe) Torchance in der ganzen Partie hatten, belegt das eindrucksvoll. Riesenjubel auf dem Platz, im Fanblock und gerechtfertigter Stolz mit fetten Grinsen auf der Bank bei Frank, Nio und Lollo!

Hauptziel Deutsche Meisterschaft – check!

Im Finale wartete nun Leverkusen nach einem ebenfalls sehr starken Auftritt (4:2) gegen Köln. Jetzt hieß es, den Fokus auf den kleinen grün-weißen Wimpel zu richten. Der ist schließlich kein Trostpreis! Das machte Nio in der stickigen Kabine zurecht klar. Die 2007er Jungs hatten zudem noch keinen in der Vitrine – im Gegensatz zu den 2008ern der Mannschaft. Motivation aufs Finale war da. Man merkte allen an, dass sie dringend gewinnen wollten. Sie spielten wieder bärenstark und diszipliniert, hatten mehr und bessere Torchancen. Auch die WHV-Auswahltrainer sahen zwei Teams mit klarer Taktik, viel Leidenschaft und großer mannschaftlichen Geschlossenheit. Zweimal gingen wir in Führung, Leverkusen glich jeweils aus. Die Entscheidung gab es also im Shoot-out – mit dem glücklicheren Ende für die Nachbarn aus der Stadt mit den vielen Schornsteinen. Die fliegenden Flaschen und Handschuhe zeigten, wie sehr die Jungs gewollt hatten. Gut so! Jedoch …

Zusatzziel „Kirsche auf der Sahne“ – vertagt.

Die Saison steuert jetzt Anfang März auf ihren Höhepunkt zu und geht noch ein paar Highlightspiele weiter. Nach den Leistungen des vergangenen Wochenendes, der taktischen Dispiplin, dem gesundem Ehrgeiz, durchgängiger Konzentration und vielleicht einem Quäntchen mehr Glück, werden auch das sicher unvergessliche Tage. Mal sehen, aus welchem Grund dann die Handschuhe fliegen…

Impressionen

Autor: Mark Altenberg
Bildquelle: Jan Daugart