Ende Februar schickte der Hockeyverband die 8 besten Mannschaften Deutschlands in das beschauliche schwäbische Städtchen Tuttlingen für die DM Endrunde der wu18.

Beim Blick auf Google-Maps stöhnt man zunächst einmal auf: Tuttlingen ist rund 500 km entfernt, liegt kurz vorm Bodensee. Wer kommt in Zeiten von einstürzenden Brücken und gesperrten Autobahnen darauf, die DM dort hinzulegen? Da hätte ich auch gerne den entsetzten Blick der Hamburger und Berliner Mannschaft gesehen beim Blick auf den Austragungsort.

Tuttlingen entpuppt sich als idyllisch an der Donau gelegene südschwäbische Kleinstadt mit Naherholungsflair und zahlreichen Bier- und Weinstuben. Die Hockeyhalle war vom Feinsten und der HC Tuttlingen lies als Endrunden – Ausrichter keine Wünsche offen.

Gespielt wurde in 2 Gruppen mit je 4 Mannschaften. Los ging es für das DHC Team um das Trainergespann Paul K. und Clara C. am Samstag morgen um 10h mit dem Spiel gegen den Nord-Dritten Alster. Das als Warm-up gedachte Spiel entpuppte sich als schwerer Brocken. Zudem wurde die 3-2 Führung noch in letzter Sekunde weggegeben. Mit diesem 1 Punkt ging es im zweiten Spiel ins Duell mit dem Harvesterhuder THC. Dieses Duell war vom Podcast Viertelpause schon als Endspiel getippt worden. Es war aber auch klar: verlieren war verboten, hatte der HTHC sein erstes Spiel doch deutlich mit 5-1 gewonnen.

Was die DHC wu18 in der ersten Halbzeit aufs Parkett gezaubert hat, war das Beste was man diese Saison zu sehen bekommen hat. So lagen die Hamburger bereits nach wenigen Minuten 2-0 hinten und wurden förmlich überrollt. Am Ende stand ein klarer 3-1 Sieg gegen den Titelfavoriten und der vermeintlich sichere Einzug ins Halbfinale. Einzig: das letzte Gruppenspiel gegen die noch sieglosen Rüsselsheimer musste auch noch gespielt werden.

Dieses 3. Spiel des Tages wurde dann ein Nervenkitzel par excellence. Lag man doch zur Halbzeit überraschend 3-0 hinten und kam überhaupt nicht ins Spiel. Der Anschlusstreffer zum 3-1 sicherte dann doch den Einzug ins Halbfinale, in dem am Sonntag Vormittag der Berliner HC wartete.

Die Berliner wu18 – gespickt mit einigen Damen bzw. Nationalspielern – hatte im letzten Spiel die Mühlheimer 6-0 zerpflückt und im bisherigen Turnierverlauf eine starke Leistung gezeigt.

Die 1-0 Führung des BHC und weitere Pfosten bzw. Lattentreffer ließen den DHC Fanblock kurzzeitig am Finaleinzug zweifeln, aber durch eine sehr starke 2.te Halbzeit wurden die Berliner noch 3-1 niedergerungen und es kam zum erneuten Treffen mit dem HTHC.

Kann man in einem Turnier dieselbe Mannschaft 2x schlagen? Würden es die Mädels schaffen, erneut eine solch konzentrierte Pressingleistung aufs Parkett zu bringen wie im Gruppenspiel? Oder hatten die Hamburger aus Ihrer Niederlage die richtigen Schlüsse gezogen?

Wie üblich wurde vor dem Finale noch die Nationalhymne gespielt, diesmal vom 20-köpfigen Tuttlinger Holzblas-Orchester – ein Traum.

Wie oft im Sport ist es einer Mannschaft nur bedingt möglich, eine sehr gute Leistung vom Vortag auf Knopfdruck noch einmal abzurufen. Und so musste sich das Team in einer intensiven Party der Hamburger Mannschaft letztlich geschlagen geben, die an diesem Tag einfach treffsicherer waren. Glückwunsch an die wu18 des HTHC zum 3-0 Finalsieg.

Bedanken wollen wir uns bei Trainer Paul, Clara und Betreuerin Mel, welche die Mannschaft top betreut bzw. ge-coacht haben. Ein besonderer Dank geht an Einheizer Bent, der unseren Fanblock über 2 Tage zum stimmungsvollsten (und sicherlich auch lautesten) Fanblock der Halle gemacht hat.

Dank an den HC Tuttlingen, der sich als Top-Ausrichter entpuppt hat. Wenn ihr es schafft, hier noch einen ICE Bahnhof hinzusetzen dann kommen wir sehr gerne wieder (Erfahrung dazu soll es im Schwabenland ja genug geben).

Mit diesem Turnier trennen sich die Wege. Die Vizemeisterschaft war ein toller Abschlusserfolg. Aber eben auch ein Abschied. Der Blick zurück auf die letzten 4 Jahre bringt wunderbare Erinnerungen an Reisen und Erfolge hoch (4. Platz Halle beim HTHC 2022, Meister Feld im Finale Dahoam 2023, 5. Platz Halle, Vizemeister 2026). Das gesamte Team kann stolz sein auf das Erreichte – wer kann schon von sich behaupten, die Zweitbeste Mannschaft Deutschlands zu sein und den Deutschen Meister geschlagen zu haben.

Wir hoffen, daß der Abschied nur eine Trennung auf Zeit ist und wir uns an der ein oder anderen Stelle wiedersehen. Auf bald.

Impressionen

Autor: Stefan Brennecke
Bildquelle: privat